Meine Weihnachten bei der VGB damals

Zu Weihnachten erwarten wir kälteres Wetter mit Schnee und Eis. Leider ist es in den letzten Jahren in Norddeutschland eher nicht der Fall.

In den 1980er-Jahren beispielsweise gab es kältere Winter mit etwas Schnee. Das Foto in der alten Fußgängerzone mit dem VGB-Gelenkbus vom Typ O 305 G zeigt so eine Situation.

Nach der hektischen Vorweihnachtszeit besinnt man sich über die Feiertage auf das Wesentliche und lässt auch häufig Vergangenes Revue passieren. So geht es mir jedenfalls.

Gerne denke ich an meine Jugendzeit zurück und an die verrückte Idee, sich an Heiligabend in den Bus zu setzen, um mit einer Linie zu fahren, die sonst im Regelfall nur in den Nachtstunden eingesetzt wurde. Das war damals die Buslinie N, die dann ab etwa 17:30 Uhr die normalen VGB-Tageslinien ablöste.

Fahrplanauszug aus der damaligen BVV-Kundenzeitschrift (1977) entnommen

Ihr könnt Euch vorstellen, dass die Fahrgäste und der Fahrer wegen der vielen Nachfragen nicht so erfreut darüber waren, in so einem eingeschränkten Netz unterwegs zu sein. Um die Nachlinie N zu ergänzen, fuhren Heiligabend (und Silvester) zusätzlich Pendelwagen zum Zentralkrankenhaus (heute Klinikum Bremerhaven), nach Surheide und zum Krankenhaus in Debstedt.

So kam ich dann, als mitfahrender Fahrplanfreak, voll „auf meine Kosten“. Denn der Fahrgast konnte sich sonst nur kurzfristig in der Tagespresse oder den in Bus & Tram eingeklebten A4-Fahrplänen informieren.

Wieder zu Hause angekommen, wartete meine jüngere Schwester sehnsüchtig auf mich, weil ja die Bescherung noch Ausstand:-)

Um noch mal auf das Fahrpersonal zurückzukommen ist es vom Verkehrsbetrieb eine feine Sache, die bis heute noch praktiziert wird: Die diensthabenden Fahrer (und natürlich weitere Kollegen und Kolleginnen) am Heiligabend bekommen eine Weihnachtstüte mit Leckereien überreicht, sozusagen als kleines Dankeschön, weil sie nur eingeschränkt Weihnachten in der Familie verbringen können. Auch ich profitierte mal davon.

Paul Homann

Foto: Felix Monsees

In diesem Sinne, mit einem aktuellen Weihnachtsfoto aus unserem Streckennetz, wünschen wir als Verkehrsunternehmen unseren Bloglesern „Frohe Feiertage und einen erfolgreichen Start ins neue Jahr 2018“.

Euer Blog-Team

2 Gedanken zu „Meine Weihnachten bei der VGB damals“

  1. Toller Artikel!
    Tatsächlich wundert es mich, dass Ihr an Heiligabend euer Angebot überhaupt nicht reduziert. Fast jede Stadt, auch wesentlich größere, bieten ab dem späten Nachmittag nur noch wenige Fahrten auf dem Nachtbusnetz an oder dünnen den Takt wesentlich aus (wie in Bremen). Wieso ist das bei uns anders? Gibt es eine so hohe Nachfrage?

    1. Wir haben uns vor vielen Jahren dazu entschieden, auch an Heiligabend ein ausreichendes Fahrplanangebot für unsere Fahrgäste bereitzuhalten, das zusätzlich einen merkbaren Fahrplan beinhaltet sowie die üblichen Umstiegsverbindungen weiterhin möglich macht.

      Deshalb haben wir keinen Extrafahrplan oder Sonderlinienplan entwickelt, sondern fahren an Heiligabend unseren normalen Samstagsfahrplan (bzw. Sonntagsfahrplan, wenn der Heiligabend auf einen Sonntag fällt). Insofern ist das Angebot schon reduziert, da wir sonst montags bis freitags ein deutlich größeres Fahrplanangebot haben.

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