Aus dem Azubi-Alltag

Heute: Zurück im Einkauf

Nach einem Jahr in der Ausbildung bei der VGB kam ich wieder in den Einkauf. Neben den schon bekannten Aufgaben kamen jetzt neue hinzu. Die größte Aufgabe, welche mich die meiste Zeit beansprucht hat, war es, unsere Inventur durchzuführen.In den ersten Tagen ging ich zunächst meinen mir gewohnten Aufgaben nach. Diese hatte ich noch sehr gut in Erinnerung. Deshalb fiel es mir auch nicht schwer sie größtenteils ohne meine Notizen wieder aufzunehmen.

Nach etwa einer Woche wurde ich an die Inventur herangeführt. Während der Inventur zählt man die Bestände aller gelagerten Artikel. Zur besseren Gliederung haben wir die Inventur nach unseren Lagerplätzen aufgeteilt. So behielt man den Überblick und konnte die Inventur Stück für Stück angehen. Die Lagerplätze bei uns sind numerisch und alphabetisch unterteilt.

Die meisten Materialien bei uns sind in Stückzahlen angelegt. Diese konnte man deshalb einfach nachzählen. Andere Materialien mussten abgemessen werden, da sie bei uns unter Meterware laufen wie z. B. diverse Wasserschläuche. Wieder andere sind in Gewicht oder Litereinheiten angegeben. Noch etwas anders ist es bei den Schrauben, Muttern und Unterlegscheiben. Diese sind zwar in Stückzahlen im System hinterlegt, wurden aber dennoch von mir abgewogen. Hintergrund ist, dass es zu zeitaufwendig wäre jede einzelne zu zählen, da wir bei uns Tausende Muttern, Schrauben und Unterlegscheiben gelagert haben. Deshalb misst man mithilfe einer Zählwaage das Gewicht von z. B. 10 Schrauben, um so auf das Durchschnittsgewicht einer Schraube zu kommen. Anschließend schaute man wieviel alle Schrauben einer Sorte zusammen wogen und teilte die Summe durch dieses Durchschnittsgewicht. So kam man auf einen sehr präzisen Stückwert.

Inventurzählung am Beispiel von Schrauben

Nachdem ich mit dem Zählen an einem Lagerplatz fertig war, gab ich meine Ergebnisse im System -bei uns “SAP“- ein. Zum Abschluss der Inventur, verglich SAP meine Werte, mit denen, die im System hinterlegt waren. Bei den hinterlegten Werten handelt es sich um die Bestände, welche sich auf Lager befinden sollen. Diese werden bei Wareneingängen und Warenentnahmen laufend aktualisiert.

Die Inventur hat mir sehr geholfen, mir einzelne Teile und deren Lagerort besser einzuprägen. Gelagert werden bei uns größtenteils Ersatzteile und Materialien für unsere Werkstatt. So zum Beispiel Karosserieteile wie Stoßfänger, Stoßecken oder Abdeckungen. Aber auch Kleinteile wie Schrauben, Muttern, Reparatursätze oder Glühlampen holen die Mechaniker aus dem Einkauf heraus. Neben diesen Materialien haben wir außerdem zum Beispiel Reinigungsmittel, Ersatzscheiben für unsere Haltestellen und Büromaterial gelagert.

Karosserieteile im Lagerkeller

Nachdem die Inventur abgeschlossen war, hatte ich viel mit Warenkontrolle und -annahme, Pflegen der Lagerbestände im System sowie die Bearbeitung von Bestellungen zu tun.

Ich bei der Warenannahme

Auch neu war für mich das Erstellen von Anfragen und das Vergleichen der dazu erhaltenen Angebote der verschiedenen Firmen unter der Berücksichtigung von z. B. Rabatten, Skonti, Versandkosten, Lieferziel und Lieferzeit.

Die Zeit im Einkauf hat mir wie zu Beginn meiner Ausbildung mal wieder sehr gut gefallen. Als nächstes geht es für mich in den Bereich Vertrieb/Tarifwesen. Ich bin gespannt was dort alles für interessante Tätigkeiten auf mich zukommen.

Marcel Bethke

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