Bustechnik mal anders

Immer wenn ich etwas aus meinem Bereich schreibe, steht natürlich das Thema Technik im Vordergrund. Aber dieses Mal geht es nicht um die klassische Fahrzeugtechnik wie Motor, Getriebe, Steuergeräte und Co. Diesmal werden zur Abwechslung ganz andere Gerätschaften in einem unserer Busse verkabelt.

Heute spielen Kameras, Mikrofone, Scheinwerfer, Aufnahmegeräte und ein komplettes Fernsehteam die Hauptrolle. Radio Bremen ist mit “buten un binnen“ bei BREMERHAVEN BUS zu Besuch. Hier wird für eine Fernsehsendung einer unserer Busse mit hochwertigen Equipments und außerordentlich technischer Raffinesse ausgestattet.

Weder ich noch einer meiner Mitarbeiter konnte sich wohl vorstellen, wie viele Zahnräder hier ineinander greifen, um am Ende des Tages alles im “Kasten“ zu haben. Da wird z. B. geschaut, wie die Lichtverhältnisse im Bus sind. Wie und wo die Sonne zum Zeitpunkt der Aufnahme steht. Oder von welchem Platz aus die Kameraleute aggieren und ggf. auch ihren Standort wechseln können. Aber auch die Arbeitsplätze für Ton und Bild mussten ausgeguckt werden. Und ganz wichtig: Wo werden die Kabel versteckt, die quer durch den Bus und den Drehkranz verlegt werden müssen? Und die auch dann noch lang genug sind, wenn der Bus z. B. eine Kurve fährt.

Ich weiß nicht genau, wie viele Beschäftigte “buten un binnen“ vor Ort hatte…aber überall im Bus wurden Kabel gezogen, kleine Kameras befestigt oder aber Lampen montiert. Von der Redaktion, der Regie, dem Kameramann, dem Tontechniker, der Beschallung, der Bildtechnik und der Beleuchtung bis hin zum Aufnahmeleiter, den Moderatoren und der Maske (sorry, falls ich jemanden vergessen haben sollte): jeder hatte seine feste Aufgabe und seinen Teil zu einem guten Gelingen beigetragen. Es war ein tolles Team und jedem einzelnen schien die Arbeit wirklich Spaß zu machen.

Aber auch Mitarbeiter von uns waren involviert und haben dazu beigetragen, dass das Fernsehteam alle ihre Wünsche für einen reibungslosen “Dreh“ erfüllt bekamen.

Eine unserer Mitarbeiterinnen hatte den Kontakt zur Redaktion. Hier wurden die Termine und die verschiedenen Abläufe vom Anfang bis zum Ende des Drehs koordiniert. Seitens der Werkstatt musste ein Spannungswandler installiert werden, der die notwendigen elektrischen Geräte mit Strom versorgt. Oder eine Sitzreihe im Bus musste gedreht werden, um so eine bessere Kameraeinstellung zu den Gästen zu bekommen. Und weil ein Bus ja nicht von alleine fährt, war natürlich auch ein Fahrer notwendig.

Für alles was jetzt kommt, möchte ich mich recht herzlich bei Jochen Duwe bedanken. Herr Duwe ist Mitarbeiter bei „buten un binnen“ und in der Redaktion tätig. Er hat mir freundlicherweise dieses tolle Bildmaterial samt Gebrauchsanweisung zur Verfügung gestellt 😉

Selbst bei so klarem Himmel und bestem Wetter wie am Drehtag in Bremerhaven sind mehrere Strahler stets mit im Gepäck. Durch sie werden die Gesichter von sowohl Moderatoren als auch Gästen ausgeleuchtet, damit die Kameras eine bessere Tiefenschärfe erreichen können.

Da, wo sonst Fahrgäste im Innenraum stehen, wurde kurzerhand eine der Videoschnittstellen aufgebaut. Hier werden einzelne Kameraeinstellungen gecheckt und darauf geachtet, dass alle Bilder vernünftig aufgenommen werden.

Ohne genügend Kameras wird die Aufzeichnung einer Sonderausgabe von „buten un binnen“ natürlich schwierig. Drei von ihnen sind im Bus unterwegs, handlich genug, um auch für längere Zeit Schulteraufnahmen machen zu können. Für den Aufbau von Stativen ist keine Zeit, davon abgesehen ist es dafür auch viel zu wacklig. Dementsprechend hatten die Kameraleute jeweils einen Helfer aus dem Produktionsteam hinter sich stehen, um im Falle einer scharfen Kurve oder abrupten Bremsung aufgefangen zu werden.

Der Ton macht die Musik. Das gilt nicht nur für Alltagskonversationen, sondern auch für Interviews, in denen bis zu sechs Leute gleichzeitig sprechen und vernünftig aufgenommen werden müssen. Direkt vor der Regie ist daher auf einem der Sitze ein Audiomischpult aufgebaut. Der zuständige „Tonmann“ achtet dann während der Gespräche und Moderationen darauf, dass der Ton richtig gepegelt ist, also weder zu laut noch zu leise ist und keine Störgeräusche die Aufnahme beeinflussen.

Das Herzstück der Aufzeichnung: In der Regie laufen alle Stränge zusammen. Zwei Leute sitzen davor, kriegen die Bilder der drei Kameraleute live eingespielt, timen die Arbeitsschritte, geben Anweisungen an Moderatoren sowie das Produktionsteam und starten die Beiträge, die während der Sendung auf den eigens aufgebauten Bildschirmen zu sehen sind.

Die Handmikros gehören zum Grundinventar. Die Gäste einzeln mit Funkstrecken, also Mikros direkt am Gesicht auszustatten, wäre zu kompliziert und fehleranfällig, weshalb die Gäste, die gerade dran sind, ein Mikro in die Hand gedrückt bekommen. Auf die Art und Weise ist man auch flexibler, falls etwa einer der Zuschauer etwas sagen möchte.

Zu guter Letzt darf auch die Übersicht nicht vergessen werden. Den Moderatoren und Gästen im Gespräch zuzuschauen macht zwar Spaß, aber dementsprechend wenig sieht man von dem gesamten Interviewsetting. Daher werden auch immer einige GoPro´s aufgebaut: Sie sind statisch, filmen das Geschehen aus der Totale und laufen während der gesamten Aufzeichnungsarbeiten einmal mit. Später werden die Bilder immer mal wieder hineingeschnitten, um mehr Abwechslung in die Perspektiven zu bringen und den Bus samt Zuschauern zu zeigen.

Das “buten un binnen“ Team hat sich natürlich für die freundliche Unterstützung bei uns bedankt. Gleichzeitig möchten auch wir uns bei “buten un binnen“ für die tollen Einblicke und Erfahrungen, die wir an diesen Tagen machen durften, bedanken.

Die Sendung lief übrigens am vergangenen Samstag und ist im “buten un binnen“ Archiv zu finden.

Jens Wefer

 

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