Die Antriebsachse

Die Thematik, wie denn ein Bus ins Rollen kommt und welche Komponenten hierzu notwendig sind, haben wir ja schon häppchenweise in den unterschiedlichen Beiträgen beschrieben. Da ist ja zum einen der Motor, der das nötige Drehmoment erzeugt. Das Getriebe, welches für die richtige Übersetzung zuständig ist und natürlich die Reifen, die so dimensioniert sein müssen, dass sie, egal bei welchem Wetter, die Kraft des Motors auf die Straße bekommen.

Aber ein Bauteil fehlt hier noch in der Reihe. Ein robustes und vor allem sehr wichtiges Instrument, welches als solches gar nicht so zu erkennen ist…und zwar die Antriebsachse.

Sie fristet ihr Dasein mitten unterm Fahrzeug, umringt von zahlreichen Bauteilen, die zusätzlich an ihr befestigt sind. Da ist einmal die Kardanwelle, die drehenderweise vom Getriebe kommt. Dann noch vier Stoßdämpfer, vier Luftfederbälge, die Fahrzeugbremsen in Form von Bremsscheiben, Bremssättel, Bremszylinder und zu guter Letzt die Zwillingsbereifung.

In diesem Baukörper befinden sich die Zahnräder des Differenzialgetriebes.

Die Antriebsachse hat die Aufgabe, die vom Motor erzeugte Drehbewegung über das Automatikgetriebe zu leiten, um sie von dort über eine Art Winkelgetriebe zu den Rädern zu bekommen. Das alles ist noch relativ simpel und bei Geradeausfahrt auch leicht zu bewerkstelligen.

Interessant wird es, wenn das Fahrzeug durch einen Kreisel fährt, oder aber an der nächsten Kreuzung abbiegen will. Dann nämlich beschreiben das linke und das rechte Rad unterschiedliche Laufwege. Das heißt, das kurvenäußere Rad beschreibt einen längeren Weg, als das Kurveninnere. Ähnlich ist es übrigens auch, wenn ein Rad beim Beschleunigen durchdreht oder aber auch im Winter auf glatter Fahrbahn.

Um diese Differenz auszugleichen, befindet sich innerhalb des Differenzialgetriebes der sogenannte Ausgleichskorb. Dieser besteht aus 2 Kegelrädern, die über die Radantriebswellen zu den Rädern gehen und den 2 Ausgleichskegelrädern. Damit diese Zahnradfabrik ein langes Leben hat, ist der Achskörper auch noch mit einem entsprechenden Öl gefüllt, um alles ordentlich zu schmieren.

Sollte es dennoch mal zu einem Defekt kommen, weil das Fahrzeug vielleicht viele Kilometer auf dem Buckel hat, sind in der Regel die Lager oder die Flanken der Zahnräder so beschädigt, dass der „Korb“ zerlegt werden muss, um die defekten Teile zu erneuern.

Meistens kündigt sich ein Defekt schon durch ein leicht heulendes Geräusch während der Fahrt an. Dann wird in der Regel schon ein Werkstatttermin generiert um einen größeren Schaden zu verhindern.

Nach erfolgreicher Reparatur wird die Achse dann wieder montiert. Nicht aber, ohne vorher noch die Anbauteile auf Herz und Nieren überprüft zu haben, um somit einen erneuten, ungeplanten Werkstattaufenthalt so gut es geht auszuschließen 😉

Jens Wefer

 

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