Mobilitätstraining im Bus

Auch wenn es eher die ältere Generation betrifft, finden wir es wichtig auch an dieser Stelle über unser Mobilitätstraining aufzuklären. Vielleicht denkt Ihr ja beim Lesen an einen Angehörigen oder Bekannten, dem Ihr davon erzählen möchtet. BREMERHAVEN BUS bietet für Menschen mit Hilfsmitteln (Rollator/Rollstuhl) ein Mobilitätstraining an. Ziel ist, Hemmschwellen abzubauen und das richtige Ein- und Aussteigen zu üben. Schließlich soll auch ein kleiner Ausflug zum Eis essen in der Innenstadt oder zum Park von Anfang an Spaß machen.

Das Training findet immer in kleinen Gruppen statt, ca. 7 – 10 Personen. Das machen wir extra so, damit jeder Teilnehmer genügend Zeit hat in Ruhe zu üben. Alle Teilnehmer werden vor dem Training von der nächstgelegenen Haltestelle ihrer Hausadresse abgeholt – und später natürlich auch wieder nach Hause gefahren. Dann geht es zur Haltestelle vor dem Deutschen Auswandererhaus. Dort ist keine reguläre Haltestelle aus dem Liniennetz, aber bereits barrierefrei umgebaut. Ideale Voraussetzungen also zum Üben.

Michael Brünjes, techn. Angestellter der Leitstelle, leitet die Mobilitätstrainings in unserem Haus. Dieses Jahr „feiern“ wir sogar unser 10-jähriges Jubiläum. Das erste Training haben wir in 2007 durchgeführt. In dieser Zeit hat die Beförderung von Menschen mit Hilfsmitteln bereits über das Doppelte zugenommen. Durch die Sicherheit, die wir im Training vermitteln, möchten wir gerne helfen, dass Beteiligte wieder mehr Selbständigkeit erlangen.

Zuerst erzählt Michael Brünjes etwas Theorie, um die Praxis besser zu verstehen:

  • Keine Stufen (außer an der Fahrertür)
  • Die Fahrzeuge sind mit Rampen ausgestattet (manuell ausklappbar in den neuen Fahrzeugen und elektronisch in den älteren Fahrzeugen)
  • Busse können abgesenkt werden (Kneeling)
  • In den Bussen befinden sich Bildschirme, auf denen die nächsten 5 Haltestellen angezeigt werden.

Aber auch die Benutzer von Rollatoren bitten wir, einige Dinge zu beherzigen. Auf Grund der Sturzgefahr ist es wichtig, dass an die Griffe keine Einkäufe gehängt werden. Der Rollator muss funktionstüchtig sein und vor allem muss der Benutzer damit umgehen können (vor allem mit den Bremsen). Aber dazu später mehr.

Wie verhalte ich mich richtig an der Haltestelle?

  • Da der Bus beim Anfahren der Haltestelle immer etwas über den Bürgersteig ausscheren muss, um nah am Bürgersteig zu halten, etwas Abstand zur Fahrbahn halten.
  • Möglichst an der 2. Tür positionieren. Als kleine Hilfestellung dient der Haltemast, der sich beim Halten des Busses zwischen der 1. und 2. Tür befindet.
  • Beim Ranfahren des Busses schon das Ticket hochhalten. Wenn Ihr nicht sicher seid, ob der Busfahrer Euer Ticket gesehen hat, im Bus das Ticket noch einmal hochhalten.
  • Da das Anfahren des Busses für mobilitätseingeschränkte Personen „am schlimmsten“ ist, sind alle unsere Busfahrer/innen angehalten zu warten bis alle sitzen.
  • Guckt schon beim Einsteigen, wo der nächste freie Platz ist. Sollte keiner frei sein, fragt jemanden, ob Ihr Euch dort hinsetzen dürft. Es wird Euch jeder helfen! Bitte benutzt auf keinen Fall Euren Rollator als Sitzgelegenheit!

Der Fahrer hat im Bus das Hausrecht und sorgt für Sicherheit und Ordnung. Er ist Euer Ansprechpartner falls es zu Problemen kommt.

Bevor jeder selbst üben darf, demonstriert Michael Brünjes das Ein- und Aussteigen mit dem Rollator. Hier ein kleiner Ausschnitt:

Die Teilnehmer sind zuerst noch etwas verhalten, werden aber nach und nach immer mutiger. Eine Teilnehmerin erzählt z. B., dass sie nicht gerne Bus fährt, weil sie denkt, dass sie alle beim Ein- und Aussteigen beobachten. Deshalb fährt sie ohne Rollator Bus, obwohl sie nicht mehr sicher laufen kann. Die Rollstuhlfahrerin hat wiederum Angst, dass sie jemand anders mit ihrem Rollstuhl verletzt.

Mit jedem Mal Ein- und Aussteigen werden die Teilnehmer mutiger und freuen sich, dass sie sich für das Training angemeldet haben. Jetzt heißt es: üben, üben, üben. Am besten zwischen 8.30 Uhr und 11.30 Uhr, da ist es nicht so voll in den Bussen.

Das alles verstehen wir unter dem Begriff „Mobilitätstraining“.

Möchtet Ihr Euch bzw. einen Verwandten/Bekannten anmelden? Hier unser Flyer mit dem Kontakt.

Astrid Okon

3 Gedanken zu „Mobilitätstraining im Bus“

    1. Wir setzen seit 2005 nur noch mechanische Klapprampen ein, weil sich die elektrischen Rampen als zu störanfällig erwiesen haben.

  1. Ein toller Beitrag, dass ist echt super. Man darf einfach nicht die Älteren Personen vergessen. Ist eine tolle Aktion und es wäre sicherlich auch gut wenn junge Leute auch lernen wurden wie wir sollchen Personen im Altag helfen können…

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