Spezielle Hebevorrichtung: Die Radgreifanlage

 

Nachdem ich schon über unsere fahrbare Arbeitsbühne und die modernen Portalwagenheber für die Gruben geschrieben habe, möchte ich Euch heute eine andere Art von Hebeanlage vorstellen: unsere Radgreifanlage

 Nicht alle Arbeiten können auf einer Grube oder einer Säulenhebeanlage durchgeführt werden.

Wenn z. B. eine Antriebsachse, der Motor oder das Getriebe demontiert werden muss, benötigt unser Mechaniker viel Platz, um an allen Schrauben und Befestigungen des jeweiligen Equipments heranzukommen. Außerdem muss auch noch ein Rangiertisch bewegt werden können, der beispielsweise anschließend das demontierte Getriebe aufnehmen kann.

Aber auch für viele andere Arbeiten, die nur unterhalb oder seitlich an einem Fahrzeuges erledigt werden können, eignet sich die Radgreifanlage hervorragend. Dort, wo eine Arbeitsgrube durch die Grubenkanten ihre maximal nutzbare Arbeitsbreite bei ca. 110 cm erreicht hat, fängt bei den Radgreifern der Spaß erst an. Ob Inspektionsarbeiten seitlich am Motor, Instandsetzungen am Drehkranz bzw. Faltenbalg oder Kollisionsarbeiten an den Seitenbeplankungen….einfach das Fahrzeug auf die individuelle Höhe fahren und los geht es. Will man allerdings die Räder wechseln, hat man mit den Radgreifern das falsche Instrument gewählt.

Die Nachteile solcher Hebeeinrichtungen sind allerdings die längeren Vorbereitungszeiten. Hier muss erstmal jeder einzelne Radgreifer unter das anzuhebende Rad des Fahrzeugs positioniert werden. Anschließend müssen noch ein paar Stromstecker angeklemmt und der Bus nach oben gefahren werden. Dieser Vorgang dauert allerdings eine gewisse Zeit, weil sich die Radgreifer während des Hebens ständig synchronisieren müssen, damit das Fahrzeug in der Waage bleibt. Auch muss die Werkstatt über eine geeignete Deckenhöhe verfügen. Lampen Heizungs- und Lüftungsanlagen dürfen ebenfalls nicht im Wege sein.

Außerdem unterliegen solche Arbeitsmittel regelmäßig wiederkehrenden Untersuchungen und Prüfungen auf Funktionalität und Betriebssicherheit. Dazu kommen noch die regelmäßigen Unterweisungen des Werkstattpersonals.

Zum Schluss kann man sagen: Hebeanlagen haben den Gruben gegenüber den Vorteil, dass sie von den Mitarbeitern auf ihre persönlich am geeignetsten erscheinende Arbeitshöhe gefahren werden können und das Fahrzeug von allen Seiten frei zugänglich ist.

Die Grube hat demgegenüber den Vorteil, dass man ohne große Vorbereitungszeit ein Fahrzeug von unten inspizieren kann. Auch ein Reifenwechsel oder Arbeiten an der Bremse sind hier schnell zu erledigen.

Jens Wefer

 

2 Gedanken zu „Spezielle Hebevorrichtung: Die Radgreifanlage“

  1. Danke für den Beitrag zum Vorrichtungsbau. Mein Bruder arbeitet auch mit einer Radgreifanlage und kennt sich ein bisschen mit Maschinenbau aus. Er beschäftigt im Moment mit dem Bau von Vorrichtungen. Den Artikel liest er sicher gerne.

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