Vor 60 Jahren: Das Neubaugebiet Grünhöfe entsteht

 

Ab Mitte der 1950er-Jahre entstand der heutige Ortsteil von Geestemünde die „Gartenstadt Grüne Höfe auf dem Weißenstein“. Dieser Name war zu lang und wurde schließlich auf Grünhöfe geändert.

 

 

Die Verkehrsgesellschaft Bremerhaven AG (VGB) bediente mit ihren Omnibussen das Neubaugebiet ab 1957.  Wie sich die Bedienung seitdem entwickelt hat, könnt Ihr auf den folgenden Seiten nachlesen.

In den Anfangsjahren bis 1970 wurde vom Hauptbahnhof kommend ab Haltestelle Altonaer Straße über Daimlerstraße und Auerstraße die damalige Endhaltestelle in der Boschstraße in Höhe der Haberstraße erreicht. Die Rückfahrt zum Hbf erfolgte direkt durch die Boschstraße zur Haltestelle Altonaer Straße. Das Fahrplanangebot zwischen den Hauptverkehrszeiten sah zunächst nur einen 30-Minuten-Takt vor. Zu den Spitzenzeiten, so wie heute, ein 15-Minuten-Intervall. Allerdings gab’s keinen zusätzlichen Schnellbus oder tangierende Linien wie die heutigen Omnibuslinien 503/509.

 

Hier ein Fahrplanauszug, Fahrtrichtung Hbf – Grünhöfe, aus dem Fahrplan anno 1958

 

Davon abgesehen waren nur Solowagen unterwegs, also nicht zu vergleichen mit der Kapazität von Gelenkbussen, die heutzutage 18 Meter lang sind.

 

1964 bekam die Linie nach Grünhöfe die Linienbezeichnung „3“; die bisherige Nachtlinie R wurde zur Nachtlinie N umbezeichnet. Diese bediente auch den Ortsteil Grünhöfe.

 

Seit 1969 wird der östliche Teil Grünhöfes, der Bereich Greifswalder Straße/Auf der Bult, nach dem Ausbau des Karlsweges von Surheide kommend mit der Buslinie 8 bedient; auf diesem Abschnitt verkehren heute die Linien 503 und 509.

 

Ab 1971 ist die Haltestelle Braunstraße mit angebunden; somit geht’s ab Altonaer Straße über Boschstraße zur Endstelle Auerstraße (zurück in Richtung Hbf über Braun- und Haberstraße zur Boschstraße).

 

Ein moderner Gelenkbus vom Typ SG 192, damals noch auf der Linie 3, an der

Endstelle Auerstraße / Foto: Boddy

 

 Die 1970er-Jahre brachten dem Ortsteil auch den Gelenkbuseinsatz. Bis dahin wurden nur die Linien 5/6, Leherheide – Wulsdorf, mit diesen bestückt. Übrigens sind von Anfang an die modernen Gelenkbusse mit Automatikgetriebe auf der Linie 3 gefahren. Auch eine Linienverlängerung wurde vorgenommen, vom Hauptbahnhof zur Stadtmitte (Haltestelle Lloydstraße); bis dato war ein Umstieg in Geestemünde auf die Straßenbahn oder andere Buslinien erforderlich.

 

Seit August 1982 ist in Grünhöfe die Linie 2 unterwegs. Das Liniensignal wurde frei, nachdem die Straßenbahn eingestellt wurde. Für einen kurzen Zeitraum bis 1984, gute 1½-Jahre, wurde auf der kompletten Linie 2 von Grünhöfe über Hbf/Innenstadt nach Leherheide in der Hauptverkehrszeit am Nachmittag ein 5-Minuten-Takt angeboten.

 

Im 5-Minuten-Betrieb mussten Solowagen von MAN (hier Typ SL 192) auf der

Grünhöfer Linie aushelfen / Foto: Homann

 

Ab 1993 werden auf der Linie 2 auch Niederflurbusse eingesetzt; ab 2005 ausschließlich.

 

1999 fand nach dem Nummernschema des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen (VBN) eine Umnummerierung in Linie 502 statt.

 

Erwähnenswert ist noch, dass bereits seit August 1991 zusätzlich eine Schnellbuslinie Grünhöfe anbindet. Abgerundet wird das Angebot durch unsere Nachtlinie „Moon-Liner“, Einführung 1997.

 

 Paul Homann

 

6 Gedanken zu „Vor 60 Jahren: Das Neubaugebiet Grünhöfe entsteht“

  1. Noch eine Ergänzung: Der SG 192 mit der Nr 214 entstammte einer Serie von Wagen, die 1980 an die VGB geliefert wurden. Diese waren damals schon technisch von den Mercedes – Benz Schubgelenkbussen überholt. Durch den Heckmotor wiesen diese eine nicht unerheblich niedrigere Einstiegshöhe auf, was der SG 192 aufgrund seines Unterflurmotors nicht bieten konnte. Man kann also sagen, das die von der VGB 1980 bestellten Wagen schon damals nicht mehr dem neuesten Stand der Technik entsprachen. Auch hatte es die VGB in den ganzen 1970iger Jahren nicht geschafft, die komfortablen Mercedes – Benz Solowagen O 305 zu beschaffen. Die Zweiachsbusse der VGB waren wahre Höllenmaschinen, seit Mitte der 1970iger Jahre technisch völlig überholt und besaßen kein Automatikgetriebe.

    1. Stimmt, der gezeigte und bewährte Gelenkbus vom Typ 192 ist aus der Serie, die 1980 an die VGB geliefert wurde. Der Artikel über den ÖPNV in Grünhöfe bezieht sich auf die Busse mit Automatik-Getriebe im Allgemeinen und da war der Ortsteil mit seinen MAN-Gelenkbussen, ebenfalls vom Typ SG 192, ab 1975/76 in der Vorreiterrolle. Der genannte Mercedes-Gelenkbus war in der Form, so wie er dann bei der VGB ab 1981/82 beschafft wurde, erst ab Ende der Siebziger lieferbar.
      Die von Ihnen angesprochenen MAN-Solowagen wurden nur bis 1973/74 beschafft. Bis Mitte der 1970er-Jahre gab es wenig Verkehrsunternehmen, die bereits Busse mit Automatikgetriebe einsetzten. Ab 1975 kaufte die Verkehrsgesellschaft Bremerhaven nur noch einen Linienbus mit Schaltgetriebe, der für die damalige Omnibus-Überlandlinie 15 nach Köhlen gedacht war.

  2. Der genannte Mercedes-Gelenkbus war in der Form, so wie er dann bei der VGB ab 1981/82 beschafft wurde, erst ab Ende der Siebziger lieferbar

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    Genau daher ist es für mich nicht nachvollziehbar, das man bei der VGB nicht diese Wagen 1980 schon bezogen hat. Die Hamburger Hochbahn bekam 1979 die erste Serie von MB O 305 G. Da die VGB ja damals schon fest beschlossen hatte, sich von der Straßenbahn zu trennen, wäre es sicher auch in Hinblick auf das Halten von Kunden besser gewesen, komfortable und auf dem neusten Stand der Technik befindliche Fahrzeuge zu beschaffen. Wie von Ihnen angesprochen besassen die genannten Fahrzeuge wenigstens ein Automatikgetriebe und waren wohl im großen und ganzen recht robust.

    1. Unabhängig von der Einstellung der Straßenbahn in Bremerhaven, wollte die Verkehrsgesellschaft Bremerhaven 1980 nicht das Risiko eingehen, sofort eine größere Serie von Linienbussen zu beschaffen, die in Bremerhaven nicht bekannt waren. Mit Liniengelenkbussen von Mercedes hatte man bei der VGB noch keine Erfahrungen.

      Der als robust bekannte SG 192 entsprach ebenfalls den Normen (Lastenheft) des Verbandes öffentlicher Verkehrsbetriebe (VÖV). Der modernere Folgetyp der Firma MAN vom Typ SG 240 H (Heckmotor) wurde, nachdem mit einem Fahrzeug im Einsatz war, bestellt. Der von ihnen angesprochene Mercedes O 305 G ist als Probewagen eingesetzt worden und fuhr ab 1982 in Bremerhaven serienmäßig (KOM 300 – 306).

      Davon abgesehen war der Heckmotor- und Antrieb vom Typ O 305 G im Omnibus-Nachläufer ziemlich laut. Außerdem erinnere ich mich gut daran, dass beim Stillstand des Fahrzeuges die Vibration des Motors die Omnibusscheiben klirren ließ; auch nicht gerade schön für den Fahrgast.

      1. Ich habe die O 305 Ger bei der Hamburger Hochbahn erlebt und bin seit 1979 regelmäsig mit denen gefahren. An das von Ihnen beschriebene Vibrieren kann ich mich nicht insofern nicht erinnern, als das es mir als Fahrgast besonders aufgefallen ist. Das die VGB noch keine Erfahrungen mit diesen Bussen hatte, ist wohl dem geschuldet, das MAN der „Hoflieferant“ der VGB war. Vielleicht hätte man sich einfach mal mit der HHA kurzschliessen sollen, die hatten 1980 schon ein Jahr „O 305 G“ Erfahrung.

        Die HHA bekam 37 Wagen im´Jahre 1979 , die alle anstandslos liefen und 1982 dann eine zweite Serie.

        Die von Ihnen angesprochene Serie von MAN Nachfolgemodellen umfasste aber leider nur 6 Wagen – neben den 6 DB viel zu wenig um die Straßenbahn zu ersetzen und auch noch einige Uralt-Busse aus dem Verkehr zu nehmen! Das hat sicherlich auch erheblich zu den stetig sinkenden Fahrgastzahlen beigetragen.

        A propos vibrieren der Scheiben; ich erinnere mich an eine Fahrt auf der Hoebelstraße im Jahre 1986 mit einem der damals gerade neu gelieferten MAN SL 202. Wg 401 bis 406. MAn dachte, die Scheibe fliegt raus. Kopfsteinpflaster mochten die Biester gar nicht. Ein Fahrer meinte treffend, MAN solle sich doch lieber auf den Bau von Kaffeemaschinen konzentrieren…..naja mittlerweile hat MAN ja wieder besseres im Angebot bzw es haben sich einfach die Straßénverhältnisse gebessert…..

  3. Ich wohne am Stadtrand von Hamburg und kann das Vibrieren der Fensterscheiben bei Stillstand des Fahrzeuges beim MB O 305G bestätigen und mich sehr gut daran erinnern! 1979 kam dieser Gelenkbus erstmalig nach Hamburg als Ersatz für die endgültige Stillegung der Straßenbahn in Hamburg. Bis 1982 wurden diese Gelenkbusse nur auf der ehemaligen letzten Straßenbahnstrecke in Hamburg ( auch Linie 2) eingesetzt. 1982 wurden weitere Gelenkbusse des gleichen Typs beschafft, um weitere Omnibuslinien, die bis Mitte/Ende der 70er Jahre mit Straßenbahnen bedient wurden, mit diesen Gelenkbussen auszurüsten. Auch bei diesen war das Vibrieren der Fensterscheiben ein Bestandteil der Fahrt. Erst mit Ersatz durch den Nachfolger MB O405G und der Ausmusterung der MB O305G änderte und verbesserte sich der Fahrtkomfort erheblich. So sind meine Erinnerungen an die 80er Jahre….

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