Was bedeutet die Sicherheitsprüfung (SP) am Bus?

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Seit dem 1. Dezember 1951 ist es in Deutschland Pflicht, in regelmäßigen Abständen eine Hauptuntersuchung (HU) an Kraftfahrzeugen durchführen zu lassen.

Davon sind natürlich auch unsere Kraftomnibusse betroffen. Aber anders als bei den Personenkraftwagen, wo die erste Hauptuntersuchung drei Jahre nach der ersten Zulassung fällig wird und danach dann alle zwei Jahre, müssen Kraftomnibusse (KOM)von Beginn an alle 12 Monate zur Hauptuntersuchung.

Aber damit nicht genug. Bestimmte Nutzkraftwagen und somit auch Busse mit mehr als 8 Fahrgastplätzen müssen sich in vorgegebenen Abständen zusätzlich noch einer Sicherheitsprüfung (SP) unterziehen. So haben Neufahrzeuge bis zur dritten HU immer eine SP dazwischen. Das bedeutet, dass diese Fahrzeuge alle 6 Monate entweder einer HU oder aber einer SP-Prüfung unterzogen werden.

Nach dem dritten Jahr geht es dann im vierteljährlichen Rhythmus weiter. Darauf folgen auf jede HU im Abstand von 3 Monaten 3 Sicherheitsprüfungen.

Warum ist das so? In den letzten Jahren wurden von den Fahrzeugherstellern immer mehr Sicherheitssysteme verbaut. Hierunter fallen z. B. Antiblockiersysteme, elektronisch geregelte Bremsanlagen oder aber elektronische Fahrzeugstabilitätskontrollen. Um diese Sicherheit aber auch zu gewähren, müssen diese Systeme regelmäßig auf Funktionalität überprüft werden. Aber auch herkömmliche Einrichtungen müssen bei einer Sicherheitsprüfung unter die Lupe genommen werden. Hierzu zählen insbesondere:

  • Die Bremsanlage
  • Räder und Reifen
  • Die Lenkung
  • Fahrgestell und Achsen
  • Schließkraftmessungen der Fahrgasttüren
  • Auspuffanlage

Laut einer Mängelstatistik aus vergangenen Jahren handelt es sich bei diesen Baugruppen um reparatur– und verschleißanfällige Fahrzeugteile. Da diese Statistik permanent aktualisiert wird, fließen diese neuen Erkenntnisse auch in die zukünftigen Prüfprotokolle mit ein.

 

Um diese Sicherheitsprüfungen durchzuführen benötigen wir nicht nur spezielle Werkzeuge und Messgeräte, sondern natürlich auch qualifizierte Mitarbeiter. Da gibt es zum einen die SP-Fachkraft, die befähigt ist eine Prüfung am Fahrzeug durchzuführen. Dieser Mitarbeiter muss eine abgeschlossene Berufsausbildung im Kfz-Bereich nachweisen. Des Weiteren muss aber auch ein SP-Verantwortlicher vor Ort sein. Dieser muss unter anderem auch im Besitz eines Meisterbriefes sein.

Wenn dann auch noch alle anderen gesetzlichen Voraussetzungen, Anforderungen und Bedingungen erfüllt sind, steht einer Untersuchung des Busses nichts mehr im Wege.

Damit jetzt aber niemand glaubt, dass wir unsere Fahrzeuge nur alle 3 Monate zu sehen bekommen: Jeden Abend durchfahren unsere Busse die Werkstatt, um dort getankt, innengereinigt und gewaschen zu werden. Und auch hier wird immer ein Blick auf Motor, Reifen und Innenraum geworfen. Aber dieses Thema werden wir nochmal in einem anderen Artikel bearbeiten.

Jens Wefer

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