Wenn der Strom weg ist – was dann?

So dunkel, wie auf dem Bild, kann es schon mal sein, wenn der Strom bei Nacht ausfällt. Dann wäre es von Vorteil, zu wissen, wo man zuletzt die Taschenlampe deponiert hat. Mit dieser bewaffnet, macht man sich dann auf den Weg zum Sicherungskasten, um die Sicherung oder ggf. den FI wieder einzulegen.

Auf einem Omnibusbetriebshof ist es aber nicht ganz so einfach. Nicht, dass wir nicht wüssten, wo sich die Taschenlampen befänden. Hier benötigt der verantwortliche Techniker erstmal einen Plan, auf dem sich alle Sicherungsschränke befinden. Anschließend kann dann der Kurzschluss, oder was auch immer für den Stromausfall verantwortlich war, behoben werden.

Was anderes ist es aber, wenn der Stromausfall gar nicht unbedingt mit dem Betriebshof zu tun hat. Sondern weil außerhalb, beispielsweise durch den Stromversorger oder durch Straßenbauarbeiten, eine Netztrennung stattgefunden hat.

Blackout!!

Dann liegt das Gelände im Dunkeln. Kein Bus kann mehr getankt werden. Selbst wenn betankte Busse in der Abstellhalle wären, so könnten sie nicht raus, weil die Tore geschlossen sind. Die Leitstelle hätte schwarze Monitore. Die Server im Rechnerraum würden abstürzen. Die Gleichrichter der PV-Anlage würden nicht mehr gekühlt werden und die Kaffeemaschine wäre tot 😉

Damit aber genau das nicht passiert, sind wir natürlich verpflichtet eine Netzersatzanlage vorzuhalten… ein sogenanntes Notstromaggregat.

Sollte es also widererwarten zu einem derartigen Stromausfall kommen, springt bei einem entsprechend gemessenen Spannungsabfall das Notstromaggregat unverzüglich an.

Jetzt kann man sich ja vorstellen, dass dieser MAN Dieselmotor nicht alle Stromverbraucher 1:1 mit Strom versorgen kann. Hierzu gibt es eine vorgeschriebene Prioritätenliste, nach welcher Reihenfolge welche Verbraucher weiterhin mit Strom zu speisen sind.

Dazu zählen als erstes Sicherheitseinrichtungen bzw. Verbraucher, die es unseren Mitarbeitern ermöglicht, sich entweder in Sicherheit oder aber ihre Arbeit gefährdungsfrei zu Ende zu bringen. Das ist, je nach Tages- oder Nachtzeit, die Beleuchtung/Notbeleuchtung auf dem Hof, in und um den Arbeitsgruben, Leitstelle, Busfahreraufenthaltsräume und die Fahrstühle. Des Weiteren müssen die Fahrzeuge betankt und die Tore geöffnet werden können. Auch sollten die Disponenten den Kontakt zu den Fahrern auf Linie herstellen können.

Da seit geraumer Zeit auch das Amt für Straßen- und Brückenbau auf unserem Gelände ansässig geworden ist, wird auch dieser Bereich mit Notstrom versorgt. Von hieraus wird die gesamte Ampelanlage Bremerhavens gesteuert.

Der Schaltraum, wo auch das Notstromaggregat untergebracht ist, wird in regelmäßigen Abständen aufgesucht und überprüft. Hierbei ist es wichtig, dass die Starterbatterien volle Leistung haben, der Motor vorgewärmt ist und die Schalttafel keine besonderen Störungen anzeigt.

Ob die Kaffeemaschine über das Notstromaggregat weiterbetrieben werden kann, entzieht sich meiner Kenntnis 😉

Jens Wefer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.