Wir statten unsere Busse mit Virenfiltern aus

Ihr kennt sicher alle Kaffeefilter, Teefilter, Wasserfilter, Ölfilter, Kraftstofffilter, Ozonfilter, Lichtfilter, Kohlefilter, Dieselpartikelfilter, Pollenfilter, Luftfilter, UV-Filter, Fettfilter, Staubsaugerfilter, Heizungsfilter und so weiter und so weiter. Ab sofort gibt es einen weiteren wichtigen Filter: den Virenfilter.

Ich möchte hier jetzt nicht jeden einzelnen Filter aufzählen, der nach bestimmten Zyklen, nach Zeit oder Kilometern, an einem Bus ausgetauscht werden muss. Ich kann nur sagen, dass es viele sind, die in regelmäßigen Abständen gewechselt werden, weil sie ihre Schuldigkeit getan haben bzw. einen Grad der Sättigung erreicht haben, der einen Austausch unumgänglich macht.

Aber einem Filter wird jetzt ganz besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt. Und zwar dem Luftfilter, der in der Heizung- und Klimaanlage unserer Busse verbaut wird. Dieser Filter soll die ansaugte Frischluft von Straßenstaub, Laub und Pollen reinigen, bevor diese in den Fahrgastraum eingeblasen wird. Auch im Umluftbetrieb, wenn die Frischluftklappe geschlossen ist (kennt jeder aus seinem Pkw), wird die Luft über diesen Filter geleitet.

Jetzt kommt aber hinzu, dass wir uns seit fast 12 Monaten an einem klitzekleinen Teilchen die Zähne ausbeißen und welches uns das Leben zurzeit besonders schwer macht. Das Corona-Teilchen.

Wie sieht es in den Bussen aus?

BremerhavenBus hat sofort nach Bekanntwerden der Gefahr, die von diesem Virus ausgeht, reagiert. Der Busfahrer wurde abgeschirmt. Es wurden im Fahrzeug keine Tickets mehr verkauft. Sitzplätze wurden gesperrt und Fahrkartenkontrollen wurden ausgesetzt. Es wurde alles unternommen, um ein „sich zu nahe zu kommen“ zu verhindern. Darüber hinaus wurden die Fahrer angehalten, bei jedem Haltestellen-Stopp alle Türen zu öffnen, um dadurch den größtmöglichen Luftaustausch zu erreichen.

Wir bekamen ständig Informationen aus dem Krisenstab. Der Werksarzt gab Hilfestellung zum Schutze der Mitarbeiter und der Fahrgäste.

Der Lockdown ließ nicht lange auf sich warten. Schulen wurden geschlossen, Menschen wurden in die Kurzarbeit oder ins Homeoffice geschickt. Somit war es keine Kunst, in den Bussen den nötigen Abstand einzuhalten. Zumal BremerhavenBus auch noch eine Taktverdichtung der Linie 502 ins Leben rief und mit jedem zur Verfügung stehenden Fahrzeug und Mitarbeiter andere Linien verstärkt hat.

Nach den Lockerungen und der Wiedereröffnung der Schulen kamen natürlich auch die Fahrgäste zurück. Das hatte zur Auswirkung, dass die Fahrgäste nur noch mit einem Mundnasenschutz die Busse betreten durften.

Wir wollten von unserer Seite aus aber auch alles Notwendige unternehmen, um das Infektionsrisiko in den Bussen so gering wie möglich zu halten. Da kam uns natürlich das neu entwickelte Filtersystem mit antiviraler Funktion sehr entgegen. Der Fahrzeughersteller EvoBus war mit der Produktion sehr schnell unterwegs. Erst für die Setras und den Fernverkehr. Anschließend für den Citaro Stadtbus.

Die Fahrzeuge, die den antiviralen Filter verbaut haben, erkennt man an dem entsprechenden Piktogramm an Tür 1 und Tür 2.

Die Wirkungsweise ist im Eigentlichen wie bei den herkömmlichen Filtern auch. Die Luft aus dem Fahrzeug wird nach oben angesaugt, durch den Filter geleitet und mit der angereicherten Frischluft wieder ins Fahrzeug geführt.

Statt einlagiger Grobfilter werden dabei mehrlagige Feinfilter verbaut, die neben den anorganischen Stäuben auch mikrobiell belastete Aerosole aus dem Luftstrom herausfiltern. Eingesetzt werden hierfür bewährte Kfz-Innenraumfilter. Eine zusätzliche blaue Imprägnierung im Filter zerstört zudem die Proteinhülle des Virus. Darüber hinaus trocknet ein relativ starker Luftstrom von bis zu 5 m/Sek. den Virus aus, was ebenfalls zu seiner Inaktivierung führt.

Oft erreicht uns auch die Frage, wieso die Fahrer denn die Klappfenster nicht öffnen. Die offenen Klappfenster würden während der Fahrt nur die Luft verwirbeln, ein sehr ungemütliches Klima schaffen und zu guter Letzt das einwandfreie Absaugen der verbrauchten Luft erschweren oder gar verhindern.

Wir hoffen, dass alle diese Maßnahmen und die Vernunft sowie das Verständnis jedes Einzelnen dazu führen, dass wir gut durch die Zeit kommen.

Passt auf Euch auf!

Jens Wefer

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